Der Tag an dem der Apfel kam

Wenn man, so wie ich, Tage, gefühlte Wochen, auf den Versand eines angekündigten Macs wartet, klingt jedes vor der Tür haltende Auto wie der Postbote und die Vorfreude wächst ins Unermessliche. Dann war er da. Schon das erste Aufeinandertreffen war etwas Besonderes, verpackt in einem kleinen, weißen Köfferchen, sah er schon extrem hochwertig aus. Weitere Details der Verpackung möchte ich euch hier ersparen, ich sage nur: „Designed by Apple in California“ und das fühlt man auch.
Als Mädchen, waren es die Handbücher, die ich als Erstes inspizierte, dabei fiel mir insbesondere die sympathische, vertraute Ansprache des Nutzers auf. Auf dem ersten Handbuch steht „Alles Mac“ und auf dem zweiten in 7 Sprachen „Alles andere“. Beim Durchblättern wurde mir suggeriert, dass die Bedienung auch für eine PC-Nutzerin absolut machbar sei: „Auspacken. Installieren. Fertig.“, so hieß es im ersten Kapitel des Handbuchs und das bewahrheitete sich auch.
Nachdem ich Apple erfolgreich alle Informationen über mich mitgeteilt hatte (was machen die in Kalifornien denn mit meinen Daten?), in ca. 50 Anläufen das richtige Gesicht für das Profilphoto, über dessen Nutzen ich mir nach wie vor nicht im Klaren bin, gemacht habe, lachte mich endlich die auf der Verpackung abgebildete Benutzeroberfläche (Galaxie-Photo) an.
Für die technisch Versierten unter euch, sei hier noch kurz angemerkt, dass ich ein MacBook, 13 Zoll mit 2,0 GHz. Intel2Core Duo Prozessor, 2 GB DDR-RAM und 160 GB Festplatte besitze, das mir freundlicherweise von arktis.de zur Verfügung gestellt wurde. Eine NVIDIA-Grafikkarte ist auch da drin, von der ich durch meine Arbeit von Frogster weiß, dass sie besonders für Gamer interessant ist, allerdings ist keines der mir bekannten Spiele jemals für den Mac erschienen, merkwürdig.
Insgesamt kann ich über den Mac sagen, dass er sich sehr hochwertig anfühlt, wunderbar klein und leicht ist und alles wie aus einem Guss aussieht , keine Rädchen oder Knöpfe überstehen und er den optischen Vergleich mit meinem PC locker für sich entscheidet. Ich frage mich allerdings, warum Apple die Produktion der weißen Gehäuse eingestellt hat, das finde ich noch eine Spur hübscher. Besonders bei der Verarbeitung der Kamera, des Mikrofons und der Ausführung des Bildschirms in Glas, muss ich feststellen, dass mir kein vergleichbar gut verarbeitetes PC-Notebook bekannt ist.
Nach dem Betrachten all dieser Äußerlichkeiten und der abgeschlossenen Installation, saß ich da nun vor diesem fraglosen schicken Computer und fragte mich: Und jetzt, was mach ich denn nun? Mein Versuch, ins mit meinem Provider Alice ins Internet zu gelangen schlug fehl, da es mir nicht gelang eine PPoE-Verbindung aufzubauen, auch das Handbuch bot hierzu absolut keinen Hinweis. Es blieb mir daher nichts übrig, als mich noch etwas an den designvoll aufploppenden Menüfunktionen zu erfreuen und die verschiedenen Effekte von Photobooth auszuprobieren, was mich 2 Stunden beschäftigte.
Als die erste Euphorie vorüber war, wurde mir klar, dass dieser Computer ohne jegliche vorinstallierte Software und die Möglichkeit ins Internet zu gehen, deutlich nutzloser war, als ich gedacht hatte. Ich beschloss meine Versuche mit dem Mac im Büro fortzusetzen, wo das WLAN ohne PPoE-Verbindung auskommt und Mac-erfahrene Freunde mir mit den ersten Schritten helfen konnten, denn alleine kam ich hier nicht weiter.